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Montag, 14. März 2011

März 2011

Ja, es ist schon März... was ist denn nun seit November so passiert? Ich fange vorne an.

Ich habe bis Anfang Dezember auf dem Weingut gearbeitet. Ich habe noch einiges gelernt, viel darüber, wie so ein Wein entsteht. Aber ich habe auch viel Zeit in besagtem Gewölbekeller verbracht und die Wände vom Putz befreit. Eine ziemliche Sauarbeit, aber es sah gut aus. Was am Ende daraus geworden ist, weiß ich nicht. Eine Firma hat angeboten, ein Regalsystem einzubauen, sie waren aber noch nicht da gewesen, als ich dann aufgehört habe, dort zu arbeiten. Aber ich werde in diesem Jahr sicher mal auf dem Weingut vorbei kommen und mir mein Werk ansehen. Schließlich habe ich vor, auch diesmal wieder bei der Weinlese mitzuhelfen, das hat mir doch sehr viel Spaß gemacht und es passt zeitlich noch einigermaßen vors Studium.

Im Dezember bin ich dann noch für ein paar Tage nach Weimar gefahren um mir diesen potentiellen Studienort anzusehen. Ich bin mittlerweile ziemlich sicher, dass ich Bauingenieur studieren werde und das in Wismar oder Weimar. Also bin ich nach Weimar gefahren. Dort habe ich per www.couchsurfing.org Unterkunft bei einem sehr netten Studentenpärchen gefunden. Die beiden leben direkt am Ilm-Park in einer wirklich tollen Wohnung. Ich bin viel in der Stadt unterwegs gewesen und habe sie mir mal gründlich angeschaut. Auf jeden Fall eine Alternative, die ich im Auge behalten sollte. Die Uni war mir sympathisch und die Stadt sowieso.
Die beiden haben mich dann auch gleich noch gefragt, ob ich nicht mit ihnen über Silvester nach Dänemark fahren wolle.

Dann habe ich noch kurz vor Weihnachten David, einen meiner ehemaligen Mit-Zivis, in Konstanz besucht. Ein Wochenende nur, aber trotzdem schön. Wir haben gefeiert, erzählt und uns gut verstanden, so wie ich es mir gedacht hatte. Er studiert Physik und sein Lernpensum hat mich deutlich von diesem Studium abgeschreckt, er scheint wirklich gar kein Leben mehr zu haben. Das wäre wirklich nichts für mich. So viel liegt mir dann doch nicht am Lernen...
Für die Rückfahrt hatte ich mir eigentlich eine Mitfahrgelegenheit bei einer netten, jungen Dame organisiert, die sagte mir dann aber aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse ab. Immerhin versprach sie mir, sich das nächste mal bei mir zu melden, wenn sie mit dem Auto fährt.

Ja, ich wollte mit den beiden Weimarern nach Dänemark. Also bin ich dann am ersten Weihnachtsfeiertag nach Halberstadt aufgebrochen, wo ich die beiden wiedergetroffen habe. Von dort sind wir dann am nächsten Morgen mit dem Auto gen Dänemark gefahren. Die angekündigte Schneekatastrophe trat nicht ein. Wir haben statt der prophezeiten 2 Tage nur 8 Stunden gebraucht und haben die dann doch zu Hause gelassene Schneeschaufel nicht vermisst. Dafür hatten wir ein schönes, großes Haus mit Sauna und Whirlpool. Eigentlich war das Haus (und die Reise auch) für acht Personen ausgelegt, sodass wir zu fünft eine Menge Platz hatten. Dazu noch einen schönen Kamin und die Entspannung war perfekt. Wir haben viel gelesen und Gesellschaftsspiele gespielt, waren aber auch oft am Meer oder haben uns die umliegenden Städte angesehen. Dänemark ist schön. Silvester haben wir leckeren Fisch gekocht und das neue Jahr am Meer begonnen. Außer uns war da niemand. Und auch direkt gab es kein Feuerwerk. Dafür konnten wir aber die umliegenden Ortschaften toll sehen und hatten damit eine Menge Feuerwerk. Den Rest des Silvesterabends habe ich in der Sauna, bzw. vor dem Kamin verbracht. Mal ganz anders als die letzten Jahre. Aber auch sehr schön.
Ich war viel an der frischen Luft, schließlich ist es dort ganz anders als hier. Der Fjord war zugefroren, sodass man auf ihm spazieren gehen konnte. Sowas habe ich noch nie gemacht und diese riesige weiße Fläche hat mich etwas an den Salar de Uyuni in Bolivien erinnert, auch wenn es dort warm war.
Auf dem Rückweg bin ich nicht bis Halberstadt mitgereist, sondern in Hamburg ausgestiegen. Ich habe noch Angela, eine Freundin meines Vaters, in ihrem Ferienhaus in Witzwort (ja, das heißt so) besucht. Drei Tage. Auch nochmal sehr schön. Wieder Kamin und viel draußen, aber andere Leute, andere Themen. Die Gegend da oben in Nordfriesland war zu großen Teilen im Schnee versunken, einige Wege waren schlicht unpassierbar. Dafür war die Luft klar und man konnte (mangels sichtbehindernder Hügel) sehr weit sehen.
Ich bin dann mit Angela und Christian nach Hamburg gefahren und von dort mit der Bahn nach Bremen, wo ich meine Mutter getroffen habe. Die war mit dem Auto unterwegs und wir sind zusammen nach Hause gefahren.

Ja, dann ist erst einmal nicht so viel passiert. Den Januar über habe ich mich dem gepflegten Nichtstun hingegeben. Von heute aus betrachtet, hätte ich die Zeit vielleicht zumindest mit Planung verbringen können, aber in dem Moment war es genau richtig, erst einmal nur zu faulenzen. Ich habe Bass gespielt, gelesen und viel zu viel Zeit am Rechner verbracht.
Im Februar wollte ich dann eigentlich einen Job finden um etwas zu arbeiten, Geld zu verdienen für die Pläne, die ich so hatte. Aber trotz Aufschwung und was auch immer ist mir das aber nicht gelungen. Also habe ich auch den Februar mehr oder weniger nichts getan. Am Ende habe ich mich dann aber entschieden, mich für ein Mathematikstudium in Frankfurt einzuschreiben, um die Zeit, sollte nichts passieren, wenigstens einigermaßen sinnvoll nutzen zu können. Das ging alles sehr schnell und spontan, hat aber geklappt. So werde ich jetzt ab dem 1.4. studieren...

Neulich hat sich auch die nette, junge Dame aus Konstanz bei mir gemeldet, sie fahre jetzt wieder nach Frankfurt. Ich wäre ja gerne mit ihr gefahren, aber dafür extra von Frankfurt nach Konstanz reisen.... irgendwann stellte sich dann aber heraus, dass wir uns wohl kennen. Zumindest konnte sie mir aufgrund meines Nachnamens die Namen diverser Anverwandter nennen. Meine anfänglichen Befürchtungen haben sich dann aber gelegt, als sie mir verriet, dass sie meine Cousine zweiten Grades (die Tochter der Cousine meines Vaters) ist. Klein ist die Welt...

Am ersten Märzwochenende war dann in in München ein Treffen ehemaliger und zukünftiger Bolivien-Freiwilliger. David, Janis, Robin und einige andere meiner mit-Freiwilligen waren genauso da wie die Offiziellen (Max, Herr Wenzel usw.) Auch eine sehr lustige Zeit mit spannendem Seminar und viel Feierei. Wir hatten uns schließlich alle sehr lange nicht gesehen. Wir sind auf irgendeiner Faschingsparty in einer Studenten-WG gelandet, waren in den angesagtesten Cocktail-Bars und in der BMW-Welt. München hat schon einiges zu bieten.
Leider war ich schon angeschlagen, als ich dorthin kam und habe gar nicht auf meine Gesundheit geachtet, sodass ich bei der Rückfahrt ziemlich tot war. Zum Glück bin ich mit einem alten Klassenkameraden, der in München studiert, nach Hause gefahren, sodass ich mir darum wenig Gedanken machen musste.

Eigentlich war der Plan mit Foodswitch im März auf musikalische Deutschlandtour zu gehen. Wir wollten direkt nach meiner Rückkehr aus München starten, aber dazu war ich gesundheitlich nicht in der Lage. Meine beiden Mitmusiker hatten erst geplant auf meine Gesundung zu warten, als dann aber klar wurde, dass ich dafür mindestens eine Woche brauchen würde, sind sie ohne mich aufgebrochen. Erst nach Koblenz, dann Köln, Hannover.... ja und dann war eigentlich der Plan, dass ich in Hamburg oder so dazu stoße. Leider ging unser Konzept aber nicht so gut auf, sodass die beiden die Rückreise antreten mussten. Wir hatten geplant in Fußgängerzonen und abends in Kneipen zu spielen. Aber das Wetter ließ ersteres nicht zu und letzteres scheiterte an der Bereitschaft der Kneipen-Betreiber, irgendwelche wildfremden, unbekannten Kerle in ihren Lokalitäten auftreten zu lassen. Wir müssen das Ganze wohl noch etwas überdenken. So bin ich jetzt nicht auf Tour gegangen, schade eigentlich, ich hatte mich darauf gefreut. Anfangs war ich zwar von der Idee nicht begeistert, habe mich aber überzeugen lassen. Schließlich kann man sowas ja nur irgendwie in unserem Alter so angehen. Und so etwas nicht getan zu haben, obwohl man die Chance dazu gehabt hätte, ist wirklich eine Schande. Ich hatte sogar schon einen akustischen Bass organisiert. Gut, wir hatten noch nicht miteinander geprobt und hatten auch noch nicht wirklich ein paar Lieder zusammen, aber das wäre schon geworden. Wir hätten ja genug Zeit zum Üben gehabt.
Vielleicht versuchen wir das ganze ja im Sommer noch einmal, wer weiß, was bis dahin alles so passiert...

Ich werde auf jeden Fall bis dahin arbeiten. Ich habe ab 1.4. einen Job bei der Arnold AG in Friedrichsdorf, einem Metallbauer. Meine Aufgabe wird es sein, das Firmeneigene Wiki auf Vordermann zu bringen, die Artikel in eine brauchbare Form zu bringen. Ich glaube, das ist eine spannende Aufgabe, bei der man eine Menge über den Metallbau (theoretisch) lernen kann. Außerdem ist ein Job ein Job, auch nicht zu unterschätzen.
Dort werde ich bis Ende August 10 bis 20 Stunden in der Woche arbeiten. Wie das im Detail aussehen wird, weiß ich noch nicht, aber das werde ich sehen. Bei höchstens 20 Stunden Arbeitszeit in der Woche bleibt noch genug Zeit für die angenehmen Dinge des Lebens. Hoffentlich werde ich mit Foodswitch in der Zeit etwas Musik machen, vielleicht finden sich aber auch ganz andere Wege für mich. Wer weiß das schon...

Ich bin auch noch stolzer Eigentümer eines dieser Lidl-Tickets, die bis Ende März zu zwei Fahrten innerhalb Deutschlands (außer Freitags) berechtigen. Egal von wo nach wo, egal mit welchem Zug. Ich habe vor, nach Wismar, dem anderen Studienkandidaten, zu fahren. Auch diese Stadt soll sehr schön sein, sodass ich sie mir gerne ansehen würde, bevor ich eine Entscheidung treffe, dort für die nächsten 4 Jahre zu leben. Außerdem habe ich schon mal wieder Lust, das Meer zu sehen, jetzt wo das mit Foodswitch ja nicht geklappt hat.

Ja, so geht mein Leben so dahin, aus einem Jahr freier, ungeplanter Zeit ist im Handumdrehen ein halbes Jahr geordneter Arbeit geworden. Ich werde wohl keine zweimonatige Reise durch Skandinavien unternehmen, aber in Anbetracht meiner Erfahrungen mit meiner Individualreisefreudigkeit ist es vielleicht nicht ganz falsch, nicht mehr auf ein solches Abenteuer zu spekulieren.
Ich habe mich zwar auf ein Studium in Schweden beworben, aber ich glaube nicht, dass das geklappt hat. Die haben mich ziemlich überrascht, ich musste schon Ende Januar meine Bewerbungsunterlagen dort haben, wenn ich im Herbst anfangen will zu studieren. In Deutschland muss man das erst Mitte Juli erledigen. Also hatte ich wenig Vorbereitungszeit (zwei Tage) und bin mir also bewusst, dass das nicht optimal war. Aber selbst wenn es klappt, glaube ich nicht, dass dies der richtige Studiengang für mich ist. "Energy Systems" ist auf jeden Fall ein spannendes Feld, mir aber doch zu theoretisch. Ich möchte etwas bauen, machen, anfassen. Aber es gibt ja noch einen Master, warum nicht den in Schweden machen?

Sonntag, 21. November 2010

Zurück in Deutschland

Tja, da bin ich wieder hier. Also schon länger. Noch nicht ganz 100 Tage, also etwa 100 nachdem ich mich melden wollte. Ein guter Anlass, mich mal wieder zu melden.

Die letzten 100 Tage meines Zivis waren mit die besten, die ich hatte. Die Arbeit ging noch gut zuende, wir haben es auch gut geschafft, den Anbau fertig zu stellen. Es war noch eine ziemliche Menge Arbeit, aber es ging. Und ich habe dabei noch einiges gelernt. Die Arbeit mit der Kettensäge und einiges an Schreinerei. Wirklich gut. Die Arbeit in der Schule ging auch immer besser. Wir haben uns an die Kinder gewöhnt und sie an uns. Sie sprechen zwar immernoch kein gutes Englisch, aber sie haben auf jeden Fall eine Idee bekommen, dass es diese Sprache gibt.

Mein letzter Urlaub und damit auch mein Geburtstag sahen anders aus, als ich es eigentlich gedacht hatte. Ich habe im Bus reingefeiert. Auf dem Weg gen Süden. Erstmal innerhalb Boliviens. Wir haben erst die Freiwilligen in Camiri, dem niedrigsten Einsatzort, besucht und zum Teil aufgesammelt, dann ging es über Paraguay los. Ich habe das Gefühl, dass es in Paraguay nicht viel anderes als Rinderzucht gibt. Wir sind einen ganzen Tag über Land gefahren und ich habe nichts gesehen als Viehweiden und Palmenwälder. Kein Berg, kein See, kein Fluß, kein Hügel, nichts. Aber auch irgendwie schön. Von Paraguay aus ging es dann nach Argentinien zu den Iguazu-Wasserfällen. Absolut beeindruckend, auch wenn es verhältnismäßig kalt war, ich aber mit Badehosenwetter gerechnet hatte. Und wir haben den Itaipu-Staudamm auf der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay liegt, besucht. Ein wirklich tolles Bauwerk. Er liefert 95% des parguayanischen und 20% des brasilianischen Stroms, also sehr viel. Von Iguazu aus ging es dann per Bus (eigentlich wollten wir trampen, das ist in Argentienen aber nicht möglich - wie mir scheint) durch den Norden des Landes. Corrientes war eine Stadt, die nur im Rückspiegel schön ist, auch wenn es dort echt verdammt gute Salteñas gibt. Anschließend kamen wir nach Salta, eine extrem schöne Stadt. Es war sehr kalt, als wir ankamen, trotzdem war es eine spannende Stadt. Wir waren mit der Seilbahn auf dem Stadtberg und haben uns die Umgebung angeschaut, dann ging es noch ins Museum für zeitgenössische Kunst, kurz bevor es schloss. Endlich mal wieder etwas Kunst!!! In Bolivien war ich in keinem Kunst-Museum, da habe ich mich richtig gefreut, zumal es eine wirklich schöne Ausstellung war. Danach sind wir etwas durch die Innenstadt gestreift. Erst zur wirklich tollen Plaza mit tollen Gebäuden, dann durch die Fußgängerzone. Aufgrund des Wetters sah das aus wie die frankfurter Zeil an einem Samstagnachmittag kurz vor Weihnachten. Absoluter Kulturschock. Hat mich total geschafft.

Von Salta sind wir dann nach Sucre zurückgekehrt, wo wir Seminar hatte. Wieder mal eine lange Busfahrt, tagelang. Wir kamen durch lauter komische Dörfer, in Argentienien sahen sie alle gleich aus und waren alle gleich langweilig, hatten aber auch alle ein Busterminal. In Bolivien kamen wir durch ein Dorf, wo komische Touristen auf Pferden über eine alte Bahnstrecke aus dem Dorf herausgeritten sind. Mit Cowboy-Hüten. Wie peinlich!!!

Nach dem Seminar in Sucre, was nochmal ein wirklich lustiges Treffen mit den anderen Zivis war, bin ich nochmal in den Urlaub gefahren. Mit einem Freund in den Süden Boliviens. Erst nach Tarija, der Weinhauptstadt Boliviens. Mehr gibt es dort aber auch nicht. Wir haben versucht etwas anderes zu finden, sind dann aber doch bei der Weintour gelandet. Drei Weingüter mit Probe an einem Tag, vorher ein Paläantologisches Museum, hinterher ein Stausee. Das Museum war eher öde, die Weingüter wurden besser. Zumindest gefielen sie uns besser, je später es wurde. Auch bolivianischer Wein kann sehr gut sein, auch wenn man in anderen Teilen der Welt bisher noch nichts von ihm gehört hat. Der Stausee kam dann pünktlich zum Sonnenuntergang und Abschluss des Tages. Sehr fein. Wir sind dann noch in der Stadt essen gegangen, wobei wir unsere fünfte Flasche Wein genoßen. Danach ging es in den Bus nach Tupiza. Als wir ankamen merkte ich: Dieses Dorf kennst du.... ein paar Stunden später ritt ich dann mit Cowboy-Hut auf einer alten Bahnstrecke aus dem Dorf. Wir hatten eine dreitägige Reittour gebucht. Die war wirklich toll und ein gelungener Abschluß, denn danach ging es auch schon im Prinzip wieder nach Deutschland. Wir hatten noch zwei lustige Tage in Santa Cruz und sind dann nach Hause geflogen. So ging denn auch eine wirklich spannende, tolle, abwechslungsreiche und wichtige Zeit für mich zu Ende. Ich bin wirklich froh, diese Erfahrung gemacht zu haben, ich kann es jedem nur empfehlen!


Seit nun gut zwei Monaten wohne und arbeite ich jetzt auf einem Weingut in Rheinhessen. Erst war Weinlese angesagt. Das war eine spannende Zeit. Wir waren eine tolle Gruppe, hatten tolles Wetter und irgendwie auch eine gute Arbeit. Vier Wochen haben wir jeden Tag in den Weinbergen verbracht.
Danach bestand dann im Weingut noch Bedarf nach einer Hilfe, sodass ich etwas hier geblieben bin. So habe ich noch weiter Einblick in den Winzeralltag erhalten, im Keller mitgeholfen und sonst so alles gemacht, was zu tun war. Ich habe zum Beispiel etwas den Umgang mit dem Gabelstapler und Traktor gelernt. Mit dem Sohn des Hauses, der momentan hier auch mitarbeitet, habe ich angefangen einen alten Gewölbekeller zu renovieren. Die Wände waren verputzt. Das haben wir geändert, damit man die schönen Natursteine wieder besser sieht. Und es sieht wesentlich besser aus. Es ist noch nicht ganz fertig, aber in den nächsten Tagen wird sich da etwas tun.

Freitag, 7. Mai 2010

Nicht mal mehr 100 Tage....

Schon komisch, wie schnell die Zeit hier vergeht.... eigentlich geht in Bolivien alles etwas langsamer, man muss auf vieles auch mal warten. Doch trotzdem sind die letzten drei Monate, seit ich wieder aus dem Urlaub zurück bin, wahnsinnig schnell vergangen. Eigentlich ist sehr sehr viel passiert, aber trotzdem habe ich die Zeit kaum wahrgenommen. Ich war zwar ab und zu ein paar Tage unterwegs, auf dem Karneval oder zu besuch auf der Isla del Sol im Titicacasee, aber trotzdem habe ich ziemlich viel Zeit in Cajamarca verbracht. Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass wir so viel spannende Arbeit haben. Momentan bauen wir einen Anbau an unser Wohnhaus, der auch eine Dachterrasse haben wird. Ist nicht wenig Arbeit, aber es macht Spass. Wir haben jetzt die Baugrube ausgehoben, war leider viel, da das Haus am Hang steht und wir uns durch Fels graben mussten. Aber zu viert haben wir das ganz gut geschafft. Jetzt steht es an die Wände zu setzen. Wir werden sie aus Baumstämmen bauen, allerdings wissen wir nicht, wie das genau geht, sodass wir noch warten, bis der Mitarbeiter in Cajamarca wieder da ist, der schon unser Wohnhaus gebaut hat.
Aber auch abseits dessen gibt es noch genug zu tun. Wir haben neulich die Sauna ausprobiert und sind nur knapp einer Kohlenmonoxid-Vergiftung entkommen. Derjenige, der sie gebaut hat, war sich wohl nicht der Gefahr der Direktverbindung des Ofens mit der Saune bewusst. Ausserdem sind die Wände eher weniger dicht und es gibt keine Sitzmöglichkeiten. Wir leben also ein Hornbach-Leben.
Die Küche, die wir renoviert haben, ist immerhin fertig. Sehr schön geworden und alles funktioniert, wie es soll. Das ist ein richtig schönes Erfolgserlebnis. Hat aber auch lange genug gedauert....

Morgen Früh werden wir aufbrechen, um durch die Yungas zu laufen. Wir beginnen auf ungefähr 4000 Metern und werden auf weniger als 2000 Metern landen. Dabei geht es durch alle Klimazonen Boliviens, also vom ewigen Eis in den Regenwald. Mit Zelt und Rucksack wird das bestimmt eine spannende Angelegenheit.

Ich plane meinen letzten Urlaub Anfang Juli zu beginnen und dann zu schauen, wie lange ich brauche. Aller Vorraussicht nach, werde ich an meinem Geburtstag irgendwo zwischen Mücken, Aligatoren und Affen sein. Auch mal eine interessante Erfahrung. Wir wollen den Dschungel, wo wir bisher noch garnicht waren, bereisen. Also die gefährlichste Strasse der Welt mit dem Fahrrad bewältigen, dann auf einem Bananenboot über den Amazonas fahren, Boas suchen und mit Delfinen schwimmen. Vielleicht können wir uns auch in Trinidad noch ein Motorrad leihen und etwas die Gegend unsicher machen. Da müssen wir mal schauen.

Mir geht es hier soweit ziemlich gut, ich bin mittlerweile voll im Leben hier angekommen und geniesse es. Leider sind es keine 100 Tage mehr, bis ich wieder da bin, auch wenn ich mich schon auf die eine oder andere Sache in Deutschland freue.

Sonntag, 28. Februar 2010

Halbzeitbericht

Ich kann es irgendwie noch nicht wirklich glauben, aber dieses Wochenende ist ziemlich genau Halbzeit für mich hier in Bolivien. Das nehme ich mal zum Anlass einen Rückblick zu schreiben.

Am Anfang war ich noch neu und unerfahren, habe mich gefreut nur 80 Cent für einen mittelmässigen Saft zu bezahlen. Heute bin ich etwas besser informiert und bezahle nur noch 30 Cent für anderthalb gute Säfte. Mittlerweile gehe ich auch nicht mehr nur noch in die Gringo-Kneipen, sondern bewege mich auch mal abseits dieser. Ich habe mich also etwas eingelebt hier.
Ausserdem habe ich schon eine Menge erlebt während des Jahres. Also nicht nur der Peru-Urlaub, sondern auch hier in Bolivien war eine Menge los. Karneval, die Dorf-Fiesta und viel Spass mit den anderen Freiwilligen. Dies alles beachtend ging die erste Hälfte sehr schnell rum. Ich war drei Wochen auf dem Dorf, hatte dann Sprachkurs für drei Wochen. Danach gings nochmal kurz aufs Dorf, dann war schon Weihnachten und der Urlaub begann. Und nach dem Urlaub ging es nach Cajamarca, allerdings habe ich nicht das Gefühl, dass ich dort schon sonderlich lange eingesetzt bin, sondern eher erst viel zu kurz. Zum Glück habe ich noch 5 Monate dort. Das könnte reichen. Ich glaube auch nicht, dass es mir dort langweilig wird, denn es gibt noch so viel zu tun und wir haben so viele Ideen, was man verbessern könnte, dass ich mir noch nicht sicher bin, ob die fünf Monate reichen.

Und jetzt noch die offizielle Bekanntgabe meines Rückfluges:
Abflug Santa Cruz: 12.08.2010 Uhr 8:00 Uhr
Ankunft Frankfurt am Main: 13.08.2010 um 14:35 Uhr

Cajamarca

So, mal wieder ein paar Nachrichten zu meiner Arbeit. Seit Einem Monat arbeite ich in Cajamarca. Ich war ja schonmal zu Besuch dort und fand es richtig toll, aber wenn man dort lebt, dann ist es nochmal ganz anders. Viel besser. Vom Leben her ist es wie ein etwas luxuriöserer Campingurlaub. Also ziemlich genau mein Geschmack. Wir leben in einer Holzhütte, deren Dach aus einer durchsichtigen Plane besteht. Durch diese können wir nachst den tollen Sternenhimmel sehen und wenn es regnet, was es leider zur Zeit des öfteren tut, hat man ein tolles Konzert. Die Wände sind nicht optimal dicht, sodass ich immer einen angenehm kühlen Lufthauch im Gesicht habe, wenn ich im Bett liege. Wir leben zu dritt in Cajamarca, drei Jungs. Weil sich bei drei Leuten eine Köchin noch nicht lohnt, bekochen wir uns selbst. Und durch die Essenspauschale, die uns zur Verfügung steht, können wir das sogar noch ziemlich lecker tun. Fleisch gibt es nicht, da wir keine Kühlmöglichkeiten besitzen und frische Sachen auch nur begrenzt, aber es reicht um gut und lecker leben zu können. Am besten ist das Frühstück. Wir haben ein Sofa, das direkt an einer grossen Tür und sehen so jeden Morgen die aufgehende Sonne. Sehr schön. Ausserdem haben wir als allererstes Projekt einen Tischh gebaut, der genau vor das Sofa passt. Jetzt ist es wirklich ein tolles Frühstück. Meist gibt es Müsli, manchmal aber auch Rührei. Und wenn wir Glück haben und das Versorgungsauto da war, dann kann es sogar mal Rührei mit Speck geben.
Vormittags gehen zwei von uns zur Schule. Dafür muss man ca. 45 Minuten durch den Wald laufen. Ein wirklich sehr schöner Weg. Man läuft an Pinien vorbei, über Hügel und durchquert ein Tal mit einem Bach. Alleine dafür lohnt sich der Weg zur Schule schon. Dort unterrichten wir dann englisch, Computer oder gehen mit den Kindern in die Werkstatt. Leider gibt es an der Schule nur einen Computer, sodass es wirklich schwierig ist, einen guten Unterricht zu machen. Meistens haben jeweils zwei Schüler zusammen etwa 5 Minuten am Computer. Das reicht nicht für viel. Nach der Schule gibt es dann noch ein Mittagessen gemeinsam mit den Kindern, danach machen wir uns auf den Heimweg. Dieser ist leider etwas anstrengender, denn es ist wärmer und geht bergauf. Trotzdem schön.
Nachmittags arbeiten wir dann, nach einer angemessenen Mittagspause, im Hostel. Es gibt immer wieder Kleinigkeiten, aber auch grössere Projekte. Nachdem wir jetzt den Tisch fürs Frühstück fertig haben, wollen wir eine neue Küche bauen. Wir haben schon das Holz dafür besorgt. Das wird bestimmt auch ein schönes Projekt.
Abseits der Arbeit bleibt aber immernoch genug Zeit um Gitarre zu spielen, sich mit den beiden anderen Zivis zu unterhalten und zu lesen. Also genau die richtige Mischung und ich fühle mich sehr wohl dort. Das ist auch der Grund, warum ich den Rest der Zeit hier in Bolivien in Cajamarca verbringen werde. Momentan besagt der Einsatzplan zwar noch, dass ich ab Juni alleine dort sei, was auf Dauer dann doch zu einsam wäre, aber schon einige meiner Mitzivis haben Interesse bekundet, dort etwas Zeit verbringen zu wollen. Ich bin mal gespannt.

Wie es für Anwesen in Abgeschiedenheit üblich ist, haben wir auch einen Wachhund. Dieser Name ist im Bezug auf ihn etwas zweischneidig. Einerseits passt er nicht bis garnicht, da er den ganzen Tag nur auf unserem Sofa liegt und schläft. Andererseits verdient er diesen Namen aber auch, da er nachts, sobald wir uns zu Bett begeben, anfängt alles mögliche in Umgebung anzubellen und uns damit wach hält. Aber so ist es halt....

Wir sind am Wochenende sehr oft in Sucre, da wir für uns selbst einkaufen müssen und es nicht immer etwas zu tun gibt. Besonders wenn es regnet ist frei haben in Cajamarca auf Dauer anstrengend, da man wirklich nicht viel machen kann. Aber ich habe Hoffnungen im Bezug auf die Zeit nach der Regenzeit.

Montag, 15. Februar 2010

Karneval

Südamerika ist ja ziemlich bekannt für seinen Karneval, besonders in Rio de Janeiro. Allerdings wird auch ausserhalb Rios gefeiert, eigentlich so ziemlich überall. Das grösste Fest Boliviens steigt in Oruro, einer Stadt die meines Wissens sonst nicht so viel zu bieten hat. Aber dieses Wochenende waren 50.000 Tänzer und Unmengen von Zuschauern da. Einer davon war ich.

Wir sind Freitagabend in Sucre in den Bus gestiegen und kamen am Samstag um 5 Uhr morgens an. Wir haben unser Gepäck abgegeben, gefrühstückt und uns fertig gemacht zum Aufbruch. Wir hatten Sitzplätze auf einer der vielen Tribünen am Rande des Weges der Parade gekauft, wohin wir uns begaben. Schon morgens war alles voller Menschen und auch die Schnapsleichen als Begleiterscheinungen grosser Feste, waren noch da.
Wie es in Bolivien (und wohl auch weiten Teilen Südamerikas) üblich ist, war das ganze sehr feucht. Besonders wir Gringos sind beliebte Ziele für die Angriffe der anderen. Man hat Wasserpistolen und vor allem -bomben und einen speziellen Schaum aus Sprühdosen. Dieser Schaum ist ungiftig, reizt weder Haut noch Augen und löst sich nach ein paar Minuten von selbst quasi rückstandslos auf. Die Dose ist vergleichsweise teuer, sie kostet 10 Bolivianos (etwa einen Euro), wofür man auch etwa 60 bis 70 fertige Wasserbomben bekommt. Trotzdem hat fast jeder eine solche Dose und besprüht damit nach Lust und Laune die ihn Umgebenden. Wasserbomben werden auch reichlich verbraucht, ich habe noch nie einen grösseren Einsatz erlebt. Viele verwenden sie auf kurze Distanz, zerdrücken sie im Nacken oder werfen auf wenige Meter. Letzteres ist meist sehr schmerzhaft. Meistens werden Wasserbomben aber ganz konventionell geworfen. Auf den Tribünen gibt es richtige Schlachten, da sie zu beiden Seiten der Parade aufgebaut sind. Man bewirft die gegenüberliegende Seite und macht eigentlich so ziemlich alles und jeden nass. Leider geht es nicht immer allen nur ums nass machen, manchmal geht es auch darum den anderen zu treffen. Zu diesem Zwecke wird flach auf Kopfhöhe und sehr fest geworfen. Am Rücken sind diese Treffer schmerzhaft, am Kopf, besonders als Brillenträger, einfach nur unerträglich. Aber das gehört wohl zum Karneval dazu. Auch der Schaum kann unangenehm sein, wenn man ihn ins Gesicht bekommt. Wenn man von einem Moment zum anderen nichts mehr sieht oder hört, ist doch ziemlich erschreckend. Ausserdem wird man von all dem Spass sehr sehr nass, da hilft auch das Regencape, das viele tragen, wenig, was nur bei Sonne Spass macht, nicht allerdings wenn diese Weg ist. Zum Glück hatten wir am Wochenende sehr viel Sonne und nur abends wurde es kalt. Dafür aber reichlich.
Die Parade begann zwischen sieben und acht Uhr morgens und dauerte länger als bis zwei Uhr nachts. Die Tanzgruppen haben alle eine Band mit Posaunen, Trompeten, Tuben, Klarinetten, Pauken, Snare-Drumms, Becken und einem Tuba-ähnlichem Instrument. So eine durchschnittliche Band besteht aus 60 Leuten. Jede Gruppe hat nur ein Lied und die meisten Gruppen das gleiche, sodass man irgendwann mitsingen konnte. Zusätzlich gibt es dann die Tänzer. Diese Teilen sich in verschiedene Arten ein. Es gibt die Teufel, die sehr grosse, aufwendige, bunte, runde Kostüme haben und sehr nach Kinderschreck aussehen. Sie tanzen ohne zu springen oder ähnliches, sie bewegen sich eher bedrohlich. Dann gibt es noch die Männer in Kostümen, die an Reiter oder sowas erinnern. Sie tanzen sehr schwungvoll und springen viel durch die Gegend. Besonders bei unseren Mädels sehr beliebt. Aber auch für uns Kerle gabs was zu sehen. Die obligatorischen Tänzerinnen in kurzen Röcken. Die eine Hälfte in Oruro hatte Masken auf, die eigentlich nur ein grinsendes Gesicht zeigten. Den Sinn dieser Masken habe ich noch nicht durchschaut. Diese Tänzerinnen tanzen sehr ruhig, bewegen sich fast nicht. Ist aber auch mit diesen Kostümen eher schwierig. Kurze Röcke und hohe Schuhe sind nicht die optimale Sportkleidung. Dann gibt es noch Frauen, die in traditionellerer Kleidung auftreten, dafür aber mehr tanzen. Ausserdem gibt es von Gruppe zu Gruppe noch unterschiedliche Figuren. Bären, Yetis, Hermesfiguren etc. Schaut am besten bei Google nach Bildern des Karnevals, das ist am eindrücklichsten. Gute Suchbegriffe sind "carnaval oruro" oder "carnaval espuma", mit denen bekommt ihr einen Eindruck.
Wenn man an diesem Wochenende in Oruro übernachten will, dann muss man sehr früh buchen, will man sich nicht dumm und dämlich zahlen, sollte man nicht hinfahren. Aber wie immer sind Connections eine gute Alternative. Wir haben mittags bei unserer Spanischlehrerin hier angerufen und hatten ne Stunde später einen Schlafplatz für nur 35 Bolivianos, auch unter normalen Umständen ein akzeptabler Preis. Die Tochter unserer Spanischlehrerin tanzt in einer Tanzgruppe in Oruro. Diese Gruppe hatte eine Sporthalle zur Unterkunft gemietet, in der wir dann auch schlafen konnten. War dann halt eine Nacht ohne Decke auf dem Boden, aber mehr als ich erwartet hatte. Ausserdem kamen wir eh erst so gegen 5 uhr ins Bett und standen um 9 Uhr schon wieder an der Plaza in der Wasserschlacht.
Wir haben den ganzen Tag damit verbracht uns den Umzug anzuschauen und andere Freiwillige zu suchen. Zwischendurch haben wir uns mal in ein Café zurückgezogen, uns getrocknet und erholt. Abends haben wir uns dann mit unserer Spanischlehrerin plus Familie getroffen, sind erst essen gegangen und dann auf ein Fest ihrer Tanzgruppe. Es gab eine der bekanntesten Bands Boliviens. War recht lustig. Ich weiss nicht, ob die Band gecovert hat oder nicht, aber ich kannte so ziemlich jedes ihrer Lieder, ohne wirklich mal absichtlich bolivianische Musik gehört zu haben. Auf jeden Fall haben sie gute Stimmung gemacht und der Bassist war einfach nur gut. Toller Bass und guter spieler, leider vom Mischer absolut getötet. Schade.
Wir haben eine Auszeit von der Party genommen und uns nocheinmal an die Plaza begeben, wo wir ein paar andere Freiwillige getroffen haben. Mitten in der Nacht wurde dort immernoch getanzt, obwohl der Grossteil der Zuschauer nur noch da war, weil er zu besoffen war, sich zu bewegen. Trotzdem haben sich die Tänzer noch sehr viel Mühe gegeben und ordentlich getanzt. Als wir dann nachts/morgens schlafen gehen wollten, standen wir ersteinmal vor der Tür, weil der Nachtposten die Tür abgeschlossen hatte und die Klingel nicht hörte. Also mussten wir erst seinen Chef anrufen, der uns dann die Tür öffnete.
Am nächsten Morgen wurden wir dann von den gut gelaunten Tänzern geweckt, die die Reste des Rums vernichteten und dabei lautstark durch die Gegend kommunizierten. Den zweiten Tag verbrachten wir dann mitten im Geschehen, dort wo die Parade auf die Plaza kommt und ein Stück weiter in der Mitte der Plaza. Dort war die schlimmste Wasserschlacht. Etwa im Sekundentakt flogen die Wasserbomben über die Strasse und wenn mal zwischen den Tanzgruppen ein Lücke war, stürmten sofort ein paar Leute über die Strasse und schäumten unter schwerem Unterstützungs- und Abwehrfeuer die andere Seite ein. Sowas macht die ersten drei bis vier Stunden Spass, danach war ich eigentlich immer sehr genervt davon.
Nachdem wir zwei Tage gefeiert hatten ging dann unser Bus zurück nach Sucre. Als wir in die Sporthalle wollten um unser Gepäck zu holen. Da war leider die Tür abgeschlossen und der Mensch mit Schlüssel lag besoffen in der Ecke, bewegte sich nichtmehr und wusste nicht, wo der Schlüssel sein könnte. Da die Tänzer sich umziehen mussten (ihre Vorführung begann um elf Uhr nachts, es dadurch eilig hatten und auch schon das eine oder andere Bier getrunken hatten, war dann die Tür irgendwann irgendwie offen. Die Steinbrocken, die in Höhe des Schlosses in der Wand fehlten, fielen fast nicht auf.

Die Bilanz von ungefähr 15 Freiwilligen in Oruro: 4 gestohlene Handys, eine verschwundene Kamera, 15 Stunden Schlaf, 60 Liter Bier, 1500 Wasserbomben geworfen, 3000 Wasserbomben abbgekommen, 5 Dosen Schaum versprüht, 15 Dosen Schaum abbekommen und etwa 30 Hamburger gegessen.

Hostwechsel

So, aus diversen Gründen, besonders weil die Seite nicht so stabil lief und alles lange dauerte, habe ich jetzt den Anbieter für meinen Blog gewechselt. Es ändert sich nichts, es sieht nur etwas anders aus. Ich hoffe, jetzt bin ich selbst zufriedener damit.